Geschichte der Genossenschaft in Triptis

1954 

-

1957 

Gemeinsamer Wille Triptiser Betriebe

was war eine AWG ?

mit Klick auf's Bild zum Inhalt dieses Statutes

Die bisherigen 3-jährigen Bemühungen seit 1954 eine AWG in Triptis zu gründen waren trotz mehrmaliger Interessentenberatungen und Besichtigungen schon bestehender Genossenschaftsbauten in Könitz nicht von Erfolg gekrönt.
Die VO vom 14.03.1957 über die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften schaffte einen umfassenden Aufschluss über alles was mit dem Genossenschaftsbau im Zusammenhang steht, vor allem hinsichtlich der finanziellen Leistungen.
Die Bedürfnisse der Werktätigen in der Stadt Triptis wuchsen ständig und waren auch voll berechtigt. Leider stand jedoch nicht der benötigte Wohnraum zur Verfügung um den Wünschen entsprechen zu können.
Die längst schon gewonnene Erkenntnis, dass nur durch Neubau von Wohnungen wesentliche Veränderungen möglich sind, führte zu einem gemeinsamen Zusammengreifen der Triptiser Betriebe und ihrer Werktätigen eine AWG zu gründen, um die allgemeine Wohnraumlage zu verbessern.
Die Leitungen der volkseigenen Betriebe

  • VEB Porzellanwerk Triptis
  • VEB IFA Lenkgetriebewerk Triptis
  • VEB Preßwerkzeugbau Triptis
  • Deutsche Reichsbahn Triptis

kamen Anfang Juli 1957 nach Beratungen mit ihren Werktätigen überein, zur Verbesserung der Wohnraumlage eine Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft unter der Leitung des VEB Porzellanwerk Triptis zu bilden, da der größte Teil der Interessenten aus diesem Betrieb kam.

  09. Juli 1957

 Gründung der AWG

So waren zu der vom Bürgermeister Schneider im Sitzungssaal der Stadtverwaltung Triptis am 09. Juli 1957 um 20.00 Uhr einberufenen Gründungsversammlung der AWG von 36 Bauinteressenten 26 erschienen. Anwesend waren die Vertreter vom Rat des Kreises Abt. Bau und Wohnraumlenkung. In der Gründungsversammlung wurde von Herrn Schneider, Rat des Kreises Abt. Aufbau ausgeführt, dass das Musterstatut der AWG den finanziellen Verhältnis-sen der Werktätigen hinsichtlich der Genossenschaftsanteile Rechnung trägt. Es gibt nichts sicheres als einen Genossenschaftsanteil, da die finanziellen Mittel von den Mitgliedern selbst verwaltet werden. In Höhe von 85 % der Baukosten wird der AWG ein zinsloser Kredit gewährt. Die übrigen 15 % müssen in Form von Eigenleistung gebracht werden.
Von den 26 anwesenden Interessenten stimmten 21 für die Gründung der Arbeiterwohnungsgenossenschaft, während 5 sich eine Bedenkzeit nahmen.

In den Vorstand wurden gewählt:

  • Frau Wally Knothe             Vorsitzende         VEB Porzellanwerk
  • Herr Johannes Walter        Stellv.-Vors.         VEB Lenkgetriebewerk
  • Herr Kurt Teubner              Buchhalter          VEB aus Gera
  • Herr Arnold Pohl                Schriftführer        VEB Porzellanwerk
  • Herr Horst Jacob                Beisitzer              VEB Lenkgetriebewerk

Für die Revisionskommission wurden gewählt:

  • Herr Josef Schantroch      Vorsitzender          VEB Porzellan-werk
  • Herr Willibald Menzel        stellv.Vors.             Rat der Stadt
  • Frau Irene Gasa               Beisitzer                VEB Lenkgetriebewerk

Die Gründungsversammlung gab ihrer AWG den Namen : „ Frohe Zukunft"

Gemäß § 4 der AO über die Zulassung und Registrierung der AWG vom 14.05.1954 (ZBL 54. S. 213) wurde die AWG „Frohe Zukunft" Triptis unter der Nr. 4 /1957 im Register der AWG des Rates des Kreises Pößneck eingetragen und damit zugelassen. Mit der Eintragung wurde die Rechtsmäßigkeit erlangt.


1959 schlossen sich der Rat der Stadt und die Mittelschule Triptis als Trägerbetrieb der AWG „Frohe Zukunft" Triptis an.

1957

bis

Grundsteinlegung

Mitgliederentwicklung

Bereits im Herbst 1957 wurde mit dem Bau des Objektes Gabelsberger-Str. 1 begonnen. Das Gelände wurde abgesteckt, ausgeschachtet und Material angefahren. Es wurde ein Projektierungsplan und Finanzplan in kürzester Frist erarbeitet. Die zu erbringenden Eigenleistungen wurden festgelegt sowie die Leistungen der Trägerbetriebe - "Solidaritätsleistungen“. Wie rasch die Mitglieder zu ihren Wohnungen kommen, war also im Wesentlichen von der Aktivität der Genossenschaft und ihrer Trägerbetriebe abhängig. Das 1. Richtfest konnte bereits am 28. November 1958 für das Haus Gabelsberger-Str. l gefeiert werden.

Unter der Leitung des 1. Vorstandes wuchs die Mitgliederzahl der AWG recht schnell. Im Jahre 1958 bestätigten bereits 31 Mitglieder das Statut und die Geschäftsordnung.

Mitgliederentwicklung:

 1959

1960

 1961

 1962 

 1963

57

107

130

231 

 242


Danach stagnierte die Mitgliederentwicklung, weil im Territorium Triptis der genossenschaftliche Wohnungsbau auf Grund staatlicher Entscheidungen nicht fortgesetzt wurde. 1972 wurden 266 Mitglieder registriert. Aber infolge der Stagnation des Bauwesen sind viele Genossenschaften - es waren insgesamt 152 aus der AWG wieder ausgeschieden, sodass die Genossenschaft 1982 nur noch über 114 Mitglieder verfügte.

 

Leistungen der Mitglieder und der Betriebe

Die materielle Heimstadt der AWG war anfänglich der Trägerbetrieb, das Porzellanwerk. In all den Jahren während der Bautätigkeit wurden durch die Mitglieder hervorragende Leistungen als Pflichtstunden bei der Herstellung von Bauelementen, bei der Ableistung der Eigenleistungen am Bau und in der materiellen Produktion, speziell im Porzellanwerk erbracht.
Folgende Pflichtstunden mussten durch die Mitglieder erbracht werden :

     14 WE  54 WE  40 WE
          2 -  Raum-Wohnung 400 Std.   450 Std.  500 Std.
 2 - 1/2    Raum-Wohnung  500 Std.  550 Std.  580 Std.
 2 - 2/2    Raum-Wohnung   650 Std.  660 Std.




Auf ihre Einsatzbereitschaft, ihren Fleiß und die gute Qualität der Arbeit waren die Genossenschafter stolz. Auch darauf, dass das Geschaffene sehr gut erhalten wurde.
Mit Hilfe der Trägerbetriebe ,die später durch den VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Triptis, dem VEB Sicor-Werk Triptis und der Betriebsakademie für Landwirtschaft erweitert wurden, konnten durch deren umfangreichen materiellen und finanziellen Hilfe die gegenwärtig bestehenden 108 WE gebaut und erhalten werden.
War es anfangs das VEB Porzellanwerk., welches als verantwortlicher Trägerbetrieb die größte Unterstützung gab, so war es seit 1966 mit Abstand der VEB Plastunion (vormals VEB Presswerkzeugbau).

1975

bis

1984

Baugeschehen

in der

Genossenschaft

 Entwicklung des Wohnungsbestandes der AWG „ Frohe Zukunft" e.G. ,Triptis :



 Bezugstermin

 Baukosten TM

  Bau von 4 WE

 Gabelsbergerstrasse 1

 01,09.1959

 104

 Bau von 6 WE

 Gabelsbergerstrasse 7

 01.11.1960

 112

 Bau von 4 WE

 Burkhardtstrasse 9

 01.12.1960

 96

 Bau von 18 WE

 Burkhardtstrasse 25-29

 01.11.1962

 

 Bau von 18 WE

 Burkhardtstrasse 19-23

 01.12.1962

 1.238

 Bau von 18 WE

 Burkhardtstrasse 13-17

 01.01.1963

 

 Bau von 40 WE

 Burkhardtstrasse 8-14

 01.08.1975

 1.231

 

 gesamt

 108 WE

 2.784

Es wurden seinerzeit 2..414 TM Kredit für die 108 WE durch den Staat ausgereicht und nur 370 TM mussten durch die Genossenschaft aufgebracht werden. Die Genossenschaft verfügte 1984 über ein aktiviertes Anlagevermögen von 2845 TM, welches ehrenamtlich verwaltet wurde

1984

 bis

1989

 Verwaltung und Leben in der Genossenschaft

Die Genossenschaft verfügte 1984 über ein aktiviertes Anlagevermögen von 2.845 TM, welches ehrenamtlich verwaltet wurde. Der Vorstand der AWG verwaltet gleichfalls ehrenamtlich die bestehende Garagengemeinschaft., der nicht nur Mitglieder der AWG angehören.

Die Garagengemeinschaft wurde 1990 aus der Verantwortung der WG ausgegliedert. Der durch die AWG geschaffene Kinderspielplatz war seinerzeit der einzige dieser Art in der Stadt Triptis und wurde von den Kindern der Stadt voll in Anspruch genommen. Darauf fühlten sich nicht nur die Kinder der AWG - Mitglieder wohl. Im Zuge der territorialen Rationalisierung und auf der Grundlage einer guten Zusammenarbeit zwischen dem Rat der Stadt Triptis und der AWG konnte der Genossenschaft 1981 durch den Rat der Stadt ein Reparaturstützpunkt übergeben werden, der sicherte, dass die Genossenschaft ihrer Pflicht zur Erhaltung der bestehenden Wohnungen besser nachkommen konnte.

Die Unterhaltung der Wohnungen und der Außenanlagen erfolgte auf der Grundlage der zu leistenden jährlichen 15 Pflichtstunden der Genossenschafter und der bestehenden eigenen Reparaturbrigaden mit Unterstützung der Trägerbetriebe.

Für die 40 WE der AWG und des VEB Plastunion Triptis wurde gemeinsam eine HAST für die Fernwärmeversorgung geschaffen und die Dampfversorgung durch das Porzellanwerk planmäßig gesichert.

1990

-

2005

 Aufgaben während der Wendezeit zur Sicherung unserer Genossenschaft

Nach der Wende beantragte die WG „ Frohe Zukunft „ Triptis entsprechend der § 10 und 11 des Genossenschaftsgesetzes die Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Kreisgericht Gera. Die Eintragung erfolgte am 14. 07.1992 unter der Nummer GnR 129 /1972. Das Landratsamt Saale-Orla-Kreis in Schleiz bestätigte am 03.11.1994 dass die Wohnungsgenossenschaft „ Frohe Zukunft „ e.G. Triptis , Genossenschaftsregister Nr. 129 der Rechtsnachfolger der Arbeiterwohnungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ Triptis vom 24.07. 1957 ist. Dies bestätigte auch der Prüfungsverband Thüringer-Wohnungsunternehmen e.V., Erfurt mit Schreiben vom 04. November 1994.
Am 24. 11. 1994 wurde im GnR Nr. 129 beim Amtsgericht Gera folgender Eintragung vorgenommen: „Die Genossenschaft ist gemäß VO vorn 15. August 1990 Rechtsnachfolger der Arbeiterwohnungsgenossenschaft „ Frohe Zukunft" Triptis.“

Ab dem Jahre 1992 wurden in nachstehenden Abschnitten alle 108 Wohnungen vollständig modernisiert . Die Wohnungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ e.G. war damit in Thüringen die erste, welche alle Wohnungen modernisierte.

Folgende Modernisierungen wurde in der Zeit durchgeführt:

Umstellung von 68 WE

  • Gabelsbergerstrasse 1 u. 7.
  • Burkhardtstrasse 9
  • Burkhardtstrasse 13- 29

von Kohleheizung auf hauseigene Erdgasbetriebene
Warmwasserheizung und Warm-Brauchwasser Einbau Wärmemengenmesser, Kalt- und Wann Wasserzähler  

vom

01.10.92-

01.05.93


 Modernisierung 40 WE

  • Burkhardtstrasse 8 - 14

Wärmedämmung Außenfassade, Fenster, Türen, Elektro- und Heizungsinstallation ( Umstellung Kohlefernheizung auf Erdgas) , Wechsel-sprechanlage, Einbau Heizkostenverteiler, Kalt- und Warmwasserzähler,

 Abschluss :

01.09.1993

 

Modernisierung 14 WE

  • Gabelsbergerstrasse 1 und 7
  • Burkhardtstrasse 9

 

Wärmedämmung Außenfassade, Fenster. Türen,
Abriss Schornsteinköpfe. Wärmedämmung Kellerdecke,
Dachboden, Trockenlegung Kelleraußen- und Innenwände,
Wechselsprechanlage, Vordach

 Abschluss:

31.12.1994

 

Modernisierung 54 WE

  • Burkhardtstrasse 13 - 29

 

Wärmedämmung Außenfassade. Wärmedämmung Kellerdecke und Dachboden, Elektroinstallation, Wechselsprechanlage, Neueindeckung der Dächer einschl. Dachklempner, Türen und Fenster, Isolierung der Kelleraußenwände einschl. Kellereingänge

 Abschluss:

01.01.1996

 

 Umstellung 40 WE

  • von Fernheizung (Erdgas)
  • auf eigene Heizungsanlage,

 

Neuinstallation einschl. Wärmedämmung aller Rohrleitungen (im Haus und Wohnungen), Wärmedämmung der Kellerdecken, Einbau Wärmemengenmesser

 Abschluss:

01.02.1998

 

 2006

 Verschmelzung

Das Amtsgericht Jena-Registergericht

  • beurkundete im GnR 200129 am 22.06 2006 die Verschmelzung der Wohnungsgenossenschaft „ Frohe Zukunft" Triptis eG mit der Wohnungsgenossenschaft Pößneck eG GnR 200045 und der gleichzeitigen Eintragung in das Register der übernehmenden Genossenschaft . Die Verschmelzung erfolgte rückwirkend zum 01.01.2006. Grundlage bildete
  • der Verschmelzungsvertrag vom 08.06.2006
  • sowie der Beschluss der Generalversammlung vom 23.05.2006 der Wohnungsgenossenschaft „Frohe Zukunft" Triptis eG
  • und der Wohnungsgenossenschaft Pößneck eG vom 07.06.2006. .

Damit wurde der weitere erfolgreiche Weg der Genossenschaft gesichert.
2007
-
heute

Modernisierungen entsprechend den gehobenen Ansprüchen unserer Mitglieder
Bald nach dem Zusammenschluss wurden die ersten größeren
Investitionen ausgeführt. So wurden 2008 einige Mehrfamilienhäuser mit Fotovoltaic-Anlagen ausgerüstet.

Im Jahr 2009 wurde der Neubaublock der Genossenschaft in Triptis mit großflächigen Balkonen (mit Wintergartencharakter) ausgerüstet.
Die bisher balkonlosen Wohnungen erhielten somit eine erhebliche Modernisierung.
Gleichzeitig wurde dieser Block mit Aufzügen ausgerüstet und somit gerade für unsere älteren Mitglieder eine Verbesserung der Wohnqualität erreicht.

Der Web-Master freut sich über Zusendung von Zeitungsartikeln, Berichten, Fotos u.a.m., welche aus der Geschichte - insbesondere der Entstehung unserer Genossenschaft -  berichten

nach oben